DIE REGELN

Was gilt wirklich?

Rechts fahren, wenn rechts frei ist.
Klingt einfach – und grundsätzlich ist es das auch.

In Deutschland gilt das Rechtsfahrgebot. Gleichzeitig gibt es Ausnahmen, insbesondere auf Autobahnen mit drei oder mehr Fahrstreifen. Deshalb geht es bei RECHTS IST FREI. nicht darum, nach jedem Überholvorgang sofort nach rechts zu springen.

Es geht darum, die Fahrstreifen sinnvoll zu nutzen und unnötiges dauerhaftes Fahren in der Mitte zu vermeiden.
 

1. DIE GRUNDREGEL

Möglichst weit rechts fahren.

Die Straßenverkehrs-Ordnung schreibt grundsätzlich vor, möglichst weit rechts zu fahren. Auf Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen darf davon unter anderem abgewichen werden, wenn die Verkehrsdichte dies rechtfertigt. 

Gesetze im Internet

Für die Autobahn bedeutet das vereinfacht:

Rechte Spur frei? → Rechts fahren.
Fahrzeug voraus? → Sicher überholen.
Überholvorgang beendet? → Wieder nach rechts, wenn die Verkehrssituation dies verlangt und zulässt.

Beim Überholen gilt grundsätzlich: Es wird links überholt. Außerdem verlangt § 5 StVO, dass man sich nach dem Überholen so bald wie möglich wieder rechts einordnet; Ausscheren und Wiedereinordnen müssen rechtzeitig und deutlich mit dem Fahrtrichtungsanzeiger angekündigt werden. Gesetze im Internet

Hier passen unsere drei Schritt-Grafiken perfekt hinein.

2. ABER MUSS ICH IMMER SOFORT WIEDER NACH RECHTS?

Nein. Und genau das ist wichtig.

Das Rechtsfahrgebot bedeutet nicht, dass Autofahrer permanent zwischen rechter und mittlerer Spur hin- und herwechseln müssen.

Auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften mit mindestens drei markierten Fahrstreifen für eine Richtung erlaubt § 7 Abs. 3c StVO die durchgängige Nutzung des mittleren Fahrstreifens, wenn rechts davon „auch nur hin und wieder“ ein Fahrzeug hält oder fährt. Bei mehr als drei Fahrstreifen gilt diese Regel entsprechend für den zweiten Fahrstreifen von rechts. Gesetze im Internet

Unser Merksatz:

Der nächste Überholvorgang steht schon an?
Dann musst du nicht unnötig hin und her wechseln.

Rechts ist dagegen auf längere Sicht frei?
Dann gehört dein Fahrzeug wieder nach rechts.

Das ist wesentlich besser für unsere Kampagne als die pauschale Botschaft „Nach jedem Überholen sofort nach rechts“.

3. UND WAS SIND DIESE 20 SEKUNDEN?

Vielleicht hast du schon von der sogenannten 20-Sekunden-Regel gehört.

Der ADAC erläutert die Regel so: Könnte die rechte Spur vor dem nächsten Überholvorgang deutlich länger als 20 Sekunden genutzt werden, ist wieder nach rechts zu wechseln. Steht der nächste Überholvorgang dagegen absehbar an, muss nicht für wenige Sekunden nach rechts und anschließend wieder nach links gewechselt werden. ADAC

Wichtig:

Die StVO selbst nennt keine starre 20-Sekunden-Frist.

Im Gesetz steht für die dreispurige Straße vielmehr, dass die mittlere Spur durchgängig benutzt werden darf, wenn rechts davon „auch nur hin und wieder“ ein Fahrzeug fährt oder hält. Gesetze im Internet

Deshalb machen wir daraus bei RECHTS IST FREI. keine Stoppuhr-Regel.

Nicht Sekunden zählen. Situation beurteilen.

Ist rechts länger ausreichend Platz, fahr rechts.
Steht der nächste Überholvorgang unmittelbar an, vermeide unnötige Spurwechsel.

Das finde ich als Kampagnenaussage deutlich stärker.

4. „ICH FAHRE DOCH SCHON 130.“

Die Geschwindigkeit entscheidet nicht über den Fahrstreifen.

Einer der wahrscheinlich wichtigsten Punkte für eure Seite.

Ob 100, 130 oder schneller:

Allein die gefahrene Geschwindigkeit berechtigt nicht dazu, dauerhaft einen weiter links gelegenen Fahrstreifen zu benutzen.

Entscheidend sind Verkehrssituation, Überholvorgänge und die gesetzlichen Regeln zur Fahrstreifenbenutzung. Das Rechtsfahrgebot und die Ausnahme für den mittleren Fahrstreifen gelten unabhängig davon, ob jemand persönlich seine Geschwindigkeit bereits für „schnell genug“ hält. Gesetze im Internet

Deshalb:

„Ich fahre 130“ ist kein Fahrstreifen.

Das wäre für mich sogar eine eigene kleine Grafik für eure Seite.

5. DARF ICH EINEN MITTELSPURFAHRER RECHTS ÜBERHOLEN?

Grundsätzlich: nein.

Dass jemand anderes möglicherweise gegen das Rechtsfahrgebot verstößt, gibt einem selbst nicht das Recht, ebenfalls gegen Verkehrsregeln zu verstoßen.

§ 5 StVO bestimmt grundsätzlich: Es ist links zu überholen. Gesetze im Internet

Es gibt gesetzliche Situationen, in denen rechts schneller gefahren oder rechts überholt werden darf – beispielsweise bei entsprechend dichtem Verkehr bzw. Fahrzeugschlangen. § 7 StVO enthält hierfür besondere Regelungen. Gesetze im Internet

Für unsere Kampagne brauchen wir diese Ausnahmen an dieser Stelle aber gar nicht bis ins letzte Detail aufzudröseln.

Die wichtigere Botschaft lautet:

Fehler anderer sind keine Einladung zu eigenen Fehlern.

Nicht drängeln.
Nicht provozieren.
Nicht gefährlich rechts überholen.
Ruhig und regelkonform bleiben.

6. WARUM IST DAS ÜBERHAUPT WICHTIG?

Ein dauerhaft unnötig belegter mittlerer Fahrstreifen kann dazu führen, dass nachfolgende Fahrzeuge für einen regelkonformen Überholvorgang zusätzliche Fahrstreifenwechsel durchführen müssen.

Genau das zeigen wir mit unserer Grafik:

Rechts → Mitte → links → überholen → wieder zurück.

Wird der Verkehrsraum dagegen sinnvoll genutzt, können unnötige Fahrstreifenwechsel vermieden werden.

Weniger unnötige Spurwechsel.

Mehr nutzbarer Verkehrsraum.

Mehr Rücksicht.

Kleine Entscheidung. Große Wirkung.

Hier würde ich eure große Vergleichsgrafik „Ein kleiner Unterschied. Eine große Wirkung.“ einsetzen.

7. WAS KANN EIN VERSTOSS KOSTEN?

Wer den mittleren Fahrstreifen unberechtigt benutzt und dadurch andere behindert, muss laut der aktuellen ADAC-Darstellung mit 80 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. ADAC

Für die Kampagne würde ich das allerdings nicht groß als Drohung herausstellen.

Besser:

Darum geht es uns nicht.

Wir möchten niemanden mit Bußgeldern überzeugen.
Wir möchten zeigen, warum das Rechtsfahrgebot sinnvoll ist.

Das passt viel besser zu „Aufklären statt aufregen.“

8. DIE MITTELSPUR IST NICHT DER FEIND.

Und Mittelspurfahrer sind es auch nicht.

Es gibt Situationen, in denen es vollkommen regelkonform und sinnvoll ist, auf der mittleren Spur zu bleiben. Gerade deshalb richtet sich RECHTS IST FREI. nicht pauschal gegen das Fahren auf der Mittelspur.

Wir sprechen über etwas anderes:

Unnötiges dauerhaftes Fahren in der Mitte, obwohl rechts auf längere Sicht ausreichend Platz vorhanden ist.

Keine Schuldzuweisungen.
Keine Selbstjustiz.
Keine Provokation.

Sondern eine einfache Erinnerung:

„Stimmt. Ich könnte eigentlich nach rechts.“

AUFKLÄREN STATT AUFREGEN.

Wir alle machen Fehler. Wir alle übersehen manchmal etwas. Und wahrscheinlich ist jeder von uns schon einmal länger auf einer Spur geblieben, als es notwendig gewesen wäre.

RECHTS IST FREI. soll deshalb nicht belehren.

Die Initiative soll erinnern.

An das Rechtsfahrgebot.
An gegenseitige Rücksicht.
Und daran, dass viele kleine Entscheidungen gemeinsam einen Unterschied machen können.

Rechts fahren, wenn rechts frei ist.

Sicher überholen.

Wieder rechts einordnen.

Rücksicht nehmen.

Nicht gegeneinander. Miteinander.

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte von RECHTS IST FREI. dienen der allgemeinen Information und Verkehrssicherheitsarbeit. Sie stellen keine individuelle Rechtsberatung dar. Verkehrsrechtliche Regelungen können von der konkreten Verkehrssituation und den Umständen des Einzelfalls abhängen. Maßgeblich sind die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften.

Als Hauptquelle würde ich direkt die amtliche StVO verlinken:

Straßenverkehrs-Ordnung – Gesetze im Internet

Und als zusätzliche, verständliche Erläuterung:

ADAC – Rechtsfahrgebot: Regeln und Ausnahmen

 

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